Fitness

Zughilfen und Haken im Check

Zughilfen und Haken sind für die einen ein unverzichtbares Trainingsutensil, während andere einen großen Bogen um die Hilfsmittel machen. Eine klare Antwort auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit gibt es nicht, dennoch bieten sich einige Situationen an, bei denen Zughilfen und Haken von Nutzen sein können.

Was die Befürworter sagen…
Mit zunehmender Trainingserfahrung steigt das Gewicht. Bei schweren Übungen ergibt sich hier oftmals das Problem, dass die Kraft in der Hand nicht mehr ausreicht, um die Wiederholungen bis zur Erschöpfung durchzuführen. Vor allem mit zunehmender Trainingsdauer ermüden die Unterarme und das Gewicht ist nicht mehr zu halten. Schweißige Hände können sogar dazu führen, dass die Hantel komplett fallen gelassen wird. Zudem verlagert sich die Konzentration bei der Ausführung auf das Halten der Hantel und nicht auf das Trainieren des eigentlichen Muskels. Insbesondere beim Kreuzheben, beim einarmigen Rudern oder auch beim Schulterheben besteht dieses Problem bei vielen Kraftsportlern. Der Muskel, der beansprucht wird, kann nicht maximal gefordert werden, da er durch die Kraft in den Händen limitiert wird. Der maximale Muskelaufbau kann unter diesen Umständen nicht stattfinden.  Polster oder andere Materialien beheben zwar das Schweißproblem, vermindern aber ebenso die Griffkraft. Aus diesem Grund sind Zughilfen und Haken absolut essentiell für alle fortgeschrittenen Kraftsportler.

Was die Gegner sagen…
Die Unterarme sind Muskeln, die trainiert werden müssen. Durch die Verwendung von Zughilfen verkümmern die Unterarme und es kommt zu einer Dysbalance der Muskulatur. Trainingsanfänger kennen das Problem, dass Übungen oftmals nicht den Zielmuskel erreichen. Der Latzug fordert den Bizeps mehr als den Rücken, beim Brusttraining limitiert der Trizeps das Training. Doch dies ist absolut normal, da die Muskulatur sich an die Belastung gewöhnen muss und Muskeln, die bis dato vernachlässigt wurden, sich der Belastung anpassen. Ein unterentwickelter Unterarmmuskel hat weiterhin zur Folge, dass die Verletzungsgefahr erheblich steigt, wenn man einmal auf die Zughilfen verzichtet oder die Übungen unsauber ausführt. Und wer möchte schon abhängig von diversen Utensilien sein? Ist das Fitnesstraining nur eine Ergänzung, um bei einer anderen Sportart bessere Leistung zu vollbringen, sollte auch auf Zughilfen und Haken verzichtet werden, da diese Hilfsmittel im eigentlichen Sport ohnehin nicht zur Verfügung stehen.

Fazit
Weder Befürwortern noch Gegnern ist in ihren Argumenten zu widersprechen. Fakt ist, dass viele Sportler ab einem bestimmten Gewichtsniveau Probleme haben werden, genannte Übungen bis zum Muskelversagen ohne Hilfsmittel auszuführen.  Die Anwendung sollte jedoch nur selektiv erfolgen, sodass der Unterarmmuskel nicht vom Training ausgeschlossen wird. Sportler, deren Fokus in anderen Sportbereichen liegt, sollten gänzlich auf Haken und Zughilfen verzichten.

Bild: Eric McGregor


Artikel, die dich vielleicht auch interessieren könnten:



Hinterlasse eine Antwort

E-Mail wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

Zulässige HTML Tags und Attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>