Sport – Kreuz und Quer

E-Sports – ein Phänomen

Einige werden sich von euch sicherlich Fragen, ob E-Sports überhaupt ein Sport ist. Die Meinungen sind hier sicherlich geteilt. Doch eins ist klar, was die Hauptakteure der Szene hier leisten müssen, steht den Leistungssportlern der traditionellen Sportarten in nichts nach. E-Sport ist ein Phänomen, welches vor allem junge Menschen begeistert. Mitte der 90er Jahre entstanden, hat sich schnell ein enormer Hype um den Sport selbst und die damit verbundene Kultur entwickelt. Doch auch die Spieler werden zum Teil wie Stars gefeiert.

E-Sports damals
Als Wurzeln des E-Sports könnte man bereits frühe Computerspiele wie Tennis for Two oder Pong bezeichnen. Sie legten ebenso den Grundstein wie das Twin Galaxies National Scoreboard, welches eine Highscoreliste mit über 100 Arcadespielen darstellt. Aus den führenden Spielern wurde 1983 das U.S. National Video Game Team gegründet, welches durch die USA tourte und schließlich in einer Art Weltmeisterschaft gegen die Teams anderer Länder wie Italien, Japan oder Großbritannien antrat. Dieses Ereignis kann wohl als erstes E-Sport-Event in der Geschichte bezeichnet werden. Der große Durchbruch für den elektronischen Sport kam jedoch erst mit dem Internet-Zeitalter. Auf Events wie der Lan-Party DreamHack, welche noch heute regelmäßig stattfindet, trafen sich mehrere tausend Spieler und traten in verschiedenen Titeln gegeneinander an. Mit der Electronic Sports League (ESL) und der ClanBase wurden 1997 und 1998 schließlich die ersten E-Sports-Ligen etabliert.
Parallel zu den ersten Ligen wurden auch erste E-Sport-Mannschaften (Clans) gegründet. In Deutschland waren das etwa Ocrana, SK Gaming oder starComa. Zu den bedeutendsten Spielen zählten Ende der 90er Jahre Doom und Quake. Seit der Veröffentlichung von StarCraft im Jahr 2000 fanden auch die Echtzeit-Strategiespiele Einzug in den E-Sport.

E-Sport heute
Heutzutage ist der E-Sport in vielen Ländern eine etablierte Sportart. Speziell im asiatischen Raum genießen die Events jedoch eine Aufmerksamkeit wie hierzulande höchstens Fußball. Die Wettkämpfe finden teilweise in riesigen Stadien statt und locken bis zu 100.000 Besucher an. Auch die Gewinnsummen sind mit bis zu 2.000.000 US-Dollar noch einmal deutlich höher als in Europa und sorgen für eine enorme Masse an Nachwuchsspielern. Wer das Glück hat, von einem so genannten Scout entdeckt zu werden, hat zwar die Chance auf Ruhm und Geld, muss jedoch auch eine Menge Zeit investieren. Bis zu 16 Stunden trainieren E-Sports-Größen täglich, um das hohe Niveau halten zu können. Viele angehende ProGamer brechen gar die Schule ab oder kündigen den Job, um ihre Zeit in das Training zu investieren. Oft besteht der Tagesablauf dann nur aus schlafen, essen und spielen, um perfekt auf die ersten Meisterschaften und Events vorbereitet zu sein. Um dort bestehen zu können, kommt es vor allem auf Reaktionsvermögen, taktisches Geschick und auch Teamfähigkeit an.
Momentan werden weltweit vor allem die Titel Dota 2 und League of Legends gespielt. Zu den erfolgreichsten Spielern zählt dabei wohl der LoL-Spieler „Carlos „Ocelote“ Rodriguez Santiago von SK Gaming. Er konnte die letzten Turniere für sich entscheiden und verdient durch den E-Sport jährlich schätzungsweise 700.000 Euro. Wichtiger dürften jedoch die Reaktionen sein, die dem ProGamer entgegenschlagen. Vor allem von der Netzgemeinde wird er wie ein Star gefeiert und gilt als Ikone.

E-Sport in Deutschland
In Deutschland war die Entwicklung des E-Sports durch die Clans starComa, Ocrana und SK Gaming geprägt, welche erste Erfolge auf internationalen Turnieren erzielen konnten. Daneben spielte auch der Fernsehsender Giga eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung der Sportart. Dort wurden ab dem Jahr 2001 diverse Partien der ESL übertragen und im Juni 2006 wurde mit Giga II ein eigener E-Sports-Sender gegründet, welcher 2007 durch ESL TV abgelöst wurde. Auch der Wettanbieter bwin übertrug im Oktober 2008 diverse Partien der Virtuellen Fußball Bundesliga per Videostream. So entwickelte sich nach und nach eine große Spielerzahl und auch die E-Sport-Fans werden durch Titel wie League of Legends und Dota 2 immer mehr. Zwar liegt Asien noch immer weit vorne, doch Deutschland holt immer weiter auf, was riesige Events wie etwa Intel Extreme masters zeigen.

Bild: Kelly Bracha, flickr.com


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