Ernährung

Die Maca-Wurzel im Supplement-Check

Die Macawurzel ist der letzte Schrei auf dem Markt der natürlichen Supplements: Sportlern soll das Gewächs aus dem peruanischen Hochgebirge ungeahnte Zusatzkräfte verschaffen, in Stresssituationen soll der Maca-Konsum die geistige Leistungsfähigkeit erhöhen und nicht zuletzt soll das Andenkraut Mann wie Frau im Bett auf Touren bringen. Was ist dran, an der vermeintlichen Wunderpflanze?

Widerstandsfähig ist sie, die Macawurzel – das fällt schon beim Blick auf die Anbaugebiete auf: Sie wächst in rund viertausend Metern Höhe und dient den peruanischen Andenbewohnern seit Jahrhunderten als wichtiges Grundnahrungsmittel. Das spricht zunächst für eine ausgewogene Verteilung von Nähr- und Mineralstoffen, die durchaus auch wissenschaftlich erwiesen ist. Beträchtliche Dosen an Kalium, Zink und Eisen liefern durchaus gewissen Mehrwert, rechtfertigen die marktschreierischen Versprechungen der Supplement-Shops aber noch lange nicht.

Kaum belastungsfähige Literatur
Die Nachfrage und der internationale Vertrieb von Maca-Produkten stieg in den vergangenen zwanzig Jahren rapide an; nur langsam hat sich auch die Wissenschaft mit der tatsächlichen Wirkung der Pflanze befasst und die möglichen Wirkungen der Einnahme von Maca tatsächlich auf den Prüfstand gestellt. Für euch ist eine mögliche Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit wohl am interessantesten: Onlineshops sprechen schließlich von zahlreichen internationalen Top-Athleten, die mit Maca-Kapseln das Letzte aus sich herauskitzeln.

Der Blick auf die Publikationen liefert aber ein ernüchterndes Ergebnis: Wissenschaftlich ist eine Erhöhung der sportlichen Leistungsfähigkeit durch die Einnahme von Maca-Produkten nicht nachweisbar. Zumal die Dosis, die dem Körper durch die käuflich erwerbbaren Maca-Kapseln oder -Dragees zugeführt wird, nur ein Bruchteil der durchschnittlichen Einnahme der peruanischen Anden-Bewohner entspricht. Nebenwirkungen sind so zwar kaum zu befürchten (auch wenn sich das Bundesamt für Riskoforschung nicht definitiv festlegen will), der versprochene Effekt ist aber eben auch nicht zu beobachten.

Der Nutzen als Aphrodisiakum
Stärker erforscht wurden die Auswirkungen auf die Libido: Sowohl bei Mäusen als auch bei Menschen ließen sich durchaus positive Effekte auf die Potenz der Probanden feststellen. Zwar blieben die Hormonwerte (u.a. Testosteron) unverändert, in mehreren Studien half die Einnahme von Maca den Probanden allerdings gegen etwaige sexuelle Funktionsstörungen und steigerte das Verlangen generell.

Fazit: Durch die Einnahme der Maca-Kapseln werdet ihr kaum mehr Gewicht drücken – allenfalls die Libido wird dadurch angeregt. Dafür gibt es aber andere und günstigere Möglichkeiten als die Kapseln aus Peru.

Bild: Andrei Zmievski, flickr.com

 


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1 Kommentar

  1. Hallo,

    dem Maca wird ja eine testosteronsteigernde Wirkung
    nachgesagt. Wenn man aber genau hinguckt, gilt dies
    nur für Männer, deren Testo Spiegel niedrig ist, also
    z.B. 45jährige wie ich.
    Ich habe mit Maca gute Erfahrungen gemacht.
    Ein 20 jähriger Bodybiulder, der sein Testosteron
    weiter pushen möchte, kann sich das Geld sparen…..

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